Lexikon

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A - C

Additiv

Additive sind Hilfsstoffe, die dem Kühlschmierstoff zugegeben werden, um bestimmte Eigenschaften zu verbessern (Rostschutz, Verminderung von Schaumbildung und Ölnebel, bessere Schmierung,...)

Aerosol

Aerosole sind gesundheitsschädliche, gasförmige feste oder flüssige Partikel die durch Kühlschmierstoffemissionen entstehen.

Amine

Amine sind stickstoffhaltige, organische Verbindungen. Sie werden u. a. in Korrossionsschutzmitteln, Reinigern und Kühlschmierstoffen eingesetzt. Wenn sich sekundäre Amine zusammen mit Nitrit im Kühlschmierstoff befinden, bilden sich sogenannte Nitrosamine. Um Nitrosamine zu vermeiden, produzieren die meisten Hersteller nur mehr nitritfreie Kühlschmierstoffe. Dadurch wurde die Nitrosaminbildung stark eingeschränkt, jedoch nicht beseitigt. Denn durch Verunreinung der Umgebung kann trotzdem Nitrit in den Kühlschmierstoff gelangen. (z. B. durch Nitrat, Pilze, Bakterien, Speise- und Lebensmittelreste)

Analyse

Vom Gesetzgeber wird eine regelmäßige Kontrolle der wassermischbaren Kühlschmierstoffe laut TRGS 611 empfohlen. Folgende Werte sollten überprüft werden:

 

Prüfung Messintervalle Grenzwert
Nitrat im Anmischwasser von Zeit zu Zeit max. 50 mg/l
pH-Wert wöchentlich 8,5 - 9,0
Nitrit wöchentlich max. 20 mg/l
KSS-Konzentration wöchentlich nach Bedarf
Gesamthärte von Zeit zu Zeit 10° dH
Mikroorganismen von Zeit zu Zeit max. 10^6 KBe/ml

 

Die Messungen dürfen nur geeignete und unterwiesene Personen durchführen. Die Ergebnisse müssen mittels Wartungsplan aufgezeichnet und zur Einsichtnahme mindestens 3 Jahre aufbewahrt werden.

Anmischvorgang

Das Anmischen der Emulsion sollte mit Mischgeräten bzw. Dosiergeräten erfolgen. Alternativ kann die Emulsion durch langsames Eingießen des Kühlschmierstoffes in Wasser, unter gleichzeitigem gründlichen Umrühren, bis zur Emulgierung des aufschwimmenden Öles angesetzt werden.

Anmischwasser

Das Anmischwasser sollte mindestens Trinkqualität haben. Das optimale Anmischwasser sollte einen neutralen pH-Wert von 7 besitzen. Es soll so gut wie keine gelösten Mineralstoffe, Salze, kein Nitrit, Nitrat, Calcium und Magnesium enthalten. Dadurch beträgt die elektrische Leitfähigkeit und die Gesamthärte annähernd Null und das Wasser ist beinahe keimfrei.

Aufbewahrung

siehe Lagerung

Aufhärtung

Zu weiches Anmischwasser (< 10° dH) kann zur Schaumbildung führen. Eine Aufhärtung des Anmischwassers kann durch Zugabe von Calciumacetat erfolgen.

Bakterien

siehe Mikroorganismen

Bandfilter

Bandfilteranlagen dienen zur Reinigung von Prozessflüssigkeiten, wie Schleifflüssigkeiten, Kühlschmierstoffe und Entfettungsbäder. Die Anlagen filtern im Kreislauf mittels Filtervlies Verunreinigungen wie Späne und Schlamm aus den Flüssigkeiten. Der Einsatz von Bandfilteranlagen verlängert die Standzeit Ihres Kühlschmierstoffes wesentlich.

BGI 762

Berufsgenossenschaftliche Information: Diese BGI stellt eine Handlungshilfe nach der Biostoffverordnung bei Keimbelastung von wassergemischten Kühlschmierstoffen dar.

BGR 143

Berufsgenossenschaftliche Regeln: Diese BGR stellt eine Handlungshilfe auf Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen (Ge- und Verbrauch, Lagerung und Aufbewahrung, Be- und Verarbeiten, Ab- und Umfüllen, Mischen, Entfernen,...) bei Fertigungsverfahren der spanenden und umformenden Be- und Verarbeitung von Werkstoffen, sowie die zugehörigen Einrichtungen (KSS-Kreisläufe, Ansetzbecken, Hilfswerkzeuge) dar.

Biofilm

Beim Biofilm handelt es sich um eine Ansammlung von Bakterien, Schimmelpilzen und anderen Mikroorganismen, die zusammen mit Metallabrieb filmartige Strukturen auf den Oberflächen der Rohrleitungssysteme und in der Maschine bilden. Der Biofilm kann von schmierfilmartigem Belag bis hin zu mehreren Zentimetern dicken Biofilmmatten führen. Hat sich ein Biofilm erstmal im KSS System gebildet, und wird dieser nicht gründlich entfernt, kommt es zur ständigen Neuverkeimung des Kühlschmierstoffes.

Biozid

Biozide sind Konservierungsmittel, die dem Kühlschmierstoff beigesetzt werden, um Mikroorganismen zu bekämpfen, und das weitere Wachstum zu verhindern. In der Metallbearbeitung kommen hauptsächlich Bakterien und Pilze vor. Diese können gezielt mittels Bakterizid und Fungizid bekämpft werden.

Bakterizid

Bakterizid wird dem Kühlschmierstoff beigesetzt, um Keime bzw. Mikroorganismen zu bekämpfen und um das weitere Wachstum zu verhindern.

Chlorparaffine

sind Arbeitsstoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential. Kühlschmierstoffe, welche Chlorparaffine enthalten, sollten wenn möglich vermieden werden.

D - F

Demulgator

Ein Demulgator besteht aus einer Tensidverbindung, welches Öl und Wasser in einer Emulsion trennt.

Demulgieren

Die Emulsion wird mithilfe von Demulgatoren gebrochen, d. h. Wasser und Öl spalten sich wieder voneinander ab.

Desinfektion von Maschinen

siehe Systemreiniger

Dip-Slide

Dip-Slides dienen zur Bestimmung der Gesamtkeimzahl (GKZ) von Mikroorganismen im Kühlschmierstoff. Ein Dip-Slide besteht aus einer Trägerplatte mit einem Nährboden für Bakterien und einem zweiten für Schimmelpilze und Hefen. Zur Bestimmung der GKZ den Nährboden kurz im Kühlschmierstoff eintauchen und danach im dazugehörigen Kunststoffbehälter verschließen. Nach der Probeentnahme muss der Dip-Slide in einem Brutschrank bei einer konstanten Temperatur von 30 °C für min. 24 Stunden ausgebrütet werden. Ist kein Brutschrank zur Verfügung, kann die Ausbrütung auch bei Raumtemperatur erfolgen. Hier dauert die Inkubationszeit 2-4 Tage. Es ist zu beachten, dass Dip-Slides, deren Verfallsdatum abgelaufen ist, nicht mehr verwendet werden dürfen, da ansonsten die Ergebnisse nicht mehr zuverlässig sind. Für die richtige Anwendung beachten Sie bitte die Herstellerhinweise!

Dispergieren

Unter dispergieren versteht man die optimale Durchmischung und Stabilisierung von mindestens zwei, eigentlich nicht mischbaren Stoffen. Z. B. Wasser und Öl

Dispergiermittel

Dispergiermittel (auch Dispergatoren) sind Additive, die das Dispergieren ermöglichen oder stabilisieren. Dazu gehört die Bildung von Emulsionen.

Dispersion

Werden zusätzlich zu einer Emulsion noch Festschmierstoffe wie Graphit zugesetzt, handelt es sich um eine Dispersion.

Dispersionsgrad

Der Dispersionsgrad ist eine Feinheit der Teilchengrösse in einer Dispersion. Je kleiner die Teilchengrösse in einer Dispersion ist, je transparenter erscheint sie. Für Kühlschmierstoff-Emulsionen liegt die Teilchengrösse je nach Art zwischen 0,1 µm und 10 µm.

 

Einsatzkonzentration

Die Einsatzkonzentration besagt, in welchem Verhältnis dem Kühlschmierstoff Wasser bzw. chemische Zusätze zugegeben werden, um eine korrekte Dosierung zu erhalten.

Emission

Kühlschmierstoffemissionen entstehen z. B. durch Verspritzen oder Vernebeln von Kühlschmierstoffen oder durch das Abschleudern an rotierenden Werkzeugen und Werkstücken. Auch bei Verdampfung des Kühlschmierstoffes an erwärmten oder überhitzten Oberflächen kann zu Emissionen führen. Bei Emissionsvorgängen können feine Aerosole und Öldämpfe entstehen.

Emulgator

Emulgatoren sind Hilfsstoffe, die es ermöglichen, zwei miteinander nicht mischbare Flüssigkeiten zu verbinden, vor allem Öle, Fette und Wasser, und die dabei entstehende Emulsion zu stabilisieren. Emulgatoren bestehen aus Wasser anziehenden (hydrophilen) und Fett anziehenden (lipophilen) Teilen, welche die Verbindung möglich machen.

Emulgieren

Emulgieren ist das Vermischen von zwei Flüssigkeiten, z.B. Wasser und Öl, die schwer mischbar sind. Um ein stabiles Gemisch (Emulsion) zu erhalten, benötigt man die Hilfe von Emulgatoren.

Emulgierfestigkeit

Unter Emulgierfestigkeit versteht man den Widerstand eines Schmieröles gegen Emulsionsbildung.

Emulsion

Eine Emulsion ist ein Gemisch, welches aus einer wässrigen und einer fetthaltigen Komponente besteht. Die beiden meist nicht mischbaren Flüssigkeiten bilden ein homogenes Gemisch mit feinstmöglicher Verteilung. Man unterscheidet zwei Emulsionstypen: Wasser-in-ÖL (W/O) und Öl-in-Wasser (O/W). Bei der Wasser-in-Öl-Emulsion teilt sich das Wasser in winzige Tröpfchen, die von der fetthaltigen Komponente umschlossen werden. Zur Herstellung von Emulsionen verwendet man Emulgatoren.

Emulsionsspalter

siehe Demulgator

Emulsionsspaltung

Als Emulsionsspaltung wird die Auftrennung von einem dispersen Öl-in-Wasser-Gemisch (z.B. Kühlschmierstoffe) in die einzelnen Phasen, Wasser und Öl, bezeichnet. Ziel ist es dabei u.a. die Rückgewinnung von Wertstoffen im Hinblick auf Kreislaufschließungen.  Je effektiver die Spaltung, desto größer ist die Chance zur Aufarbeitung/Verwertung der Ölphase und des Wassers.

Enthärtung

Zu hartes Anmischwasser (> 20° dH) sollte enthärtet werden, da es die Stabilität des Kühlschmierstoffes beeinträchtigt und sich Kalkseifen bilden können.

Entschäumer

Entschäumer werden dem Kühlschmierstoff bei Schaumbildung zugegeben, um einen Schaumzerfall zu erzeugen und einer neuen Schaumbildung vorzubeugen.

Entsorgung

Gebrauchte Kühlschmierstoffe sind gefährliche Abfälle bzw. wassergefährdende Flüssigkeiten. Die Entsorgung sollte gemäß den Angaben des Herstellers erfolgen bzw. über zugelassene Entsorgungsunternehmen.

Erstbefüllung

Bei Erstbefüllung einer neuen Maschine ist eine Spülung mit Emulsion und Systemreiniger sinnvoll, um Konservierungsmittel oder Emulsionsreste vom Maschinenprobelauf zu entfernen.

Feststoffe im KSS

Feststoffe sind Abriebe und Späne von Metalloberflächen, die in den Kühlschmierstoff gelangen. Diese Verunreinigungen sollten regelmäßig aus dem Kühlschmierstoff gefiltert werden, um einen teuren Wechsel zu ersparen. Diese Feststoffe können mittels Magnetabscheider, Filtrationsanlagen (z. B. Bandfilter), Zentrifugen und Absetzbecken entfernt werden.

Filterarten

Die Standzeit des Kühlschmierstoffs kann durch Filtration wesentlich verlängert werden. Der Einsatz von diversen Filteranlagen kann die Keimbildung im Kühlschmierstoff verringern und spart Kosten in der Produktion. Es gibt verschiedene Filtermethoden die eingesetzt werden können: Bandfilter, Filtervliese, Trommelfilter, Absetzbecken, Magnetfilter, Zentrifugen oder Spalt- bzw. Siebfilter.

Filtervlies

Filtervliese werden zur Filtration von Feststoffen aus Prozessflüssigkeiten, vorwiegend bei der spanenden Bearbeitung wie schleifen, fräsen, drehen, auf Filteranlagen (z. B. Bandfilter) eingesetzt. Individuelle Anforderungen an Durchflussmenge, Partikelgröße, Viskosität oder Reinheitsgrad führen zur Bestimmung des einzusetzenden Filtervlieses. Die Filtrationsfeinheit bezieht sich auf Filtervliese in belegtem Zustand. Die Art und Zusammensetzung des Filterkuchens beeinflusst den Reinheitsgrad in erheblichem Maße und kann durchaus die Hälfte der angegebenen Werte erreichen. Bei der Wahl des Filtervlieses sind verschiedene Faktoren zu beachten. Das Vlies ist so auszuwählen, dass eine möglichst große Trennleistung garantiert ist, ohne dass der Flüssigkeitsstrom durch einen zu starken Druckverlust vermindert wird.

Fremdöl im KSS

Kühlschmierstoffe werden in Werkzeugmaschinen durch verschiedene Öle belastet. Diese "Fremdöle" gehören nicht in die Emulsion, denn sie sorgen für eine erhebliche Verringerung der Leistungsfähigkeit des Kühlschmierstoffes und für rasche Bildung von Mikroorganismen. Fremdöle bilden einen geschlossenen Film auf dem Kühlschmierstoff und unterbinden damit den Kontakt zum Luftsauerstoff, Keime bilden sich noch schneller, Rost entsteht in engen Spalten der Maschine und Verstopfungen der Kühlmittelzuführungen setzen die Reihe der unangenehmen Folgen fort. Durch Installation eines Fremdölabscheiders kann das Fremdöl abgeschieden und dadurch die Standzeit des Kühlschmierstoffes wesentlich verlängert werden.

Fremdölabscheider

siehe Ölabscheider

Fremdstoffe im KSS

Die Einschleppung von Fremdstoffen und Verunreinigungen, die sekundäre Amine entahlten oder in erheblicher Menge freisetzen (über 0,2 % im Kühlschmierstoffkonzentrat), sollte vermieden werden. Unter Fremdstoffe versteht man z. B. Metallabriebe, Reinigungsmittel, bestimmte Korrosionsschutzmittel und Systemreiniger). Feste Fremdstoffe können mittels Magnetabscheider, Filtrationsanlagen, Zentrifugen und Absetzbecken und flüssige Fremdstoffe können mittels Skimmer, Ölabscheider und verschiedenen Separatoren entfernt werden.

Fungizid

Fungizide werden dem Kühlschmierstoff beigesetzt, um Pilze und Sporen zu bekämpfen und um das weitere Wachstum zu verhindern.

G - I

Gefahrstofflagerung

siehe Lagerung

Geruch bei KSS; Geruchsbelästigung

Kühlschmierstoffe haben einen typischen Eigengeruch. Durch Mikroorganismen wird dieser zu einem intensiven Fäulnisgeruch verändert. Nimmt der Kühlschmierstoff einen säuerlichen bzw. schwefeligen Geruch an, ist dies auf Bakterien oder bei muffigen Geruch auf Pilze zurückzuführen.

Geruchsneutralisator

Ein Geruchsneutralisator ist ein parfumiertes Konzentrat und wirkt geruchsneutralisierend bei Kühlschmierstofflösungen und -emulsionen welche durch Mikroorganismen oder andere geruchsbelästigende Stoffe entstehen. Bei Anwendung bitte Herstellerhinweise beachten!

Gesamtkeimzahl (GKZ)

Die Gesamtkeimzahl gibt an, wie viele Mikroorganismenkolonien sich auf einem Nährboden im Verlauf von 48 Stunden bei einer geregelten Bebrütungstemperatur von 22 bzw. 36 °C bilden, wenn man den Nährboden mit Flüssigkeit benetzt. Bei Kühlschmierstoffen gilt ein Grenzwert von 10^6 KbE/ml ("Koloniebildende Einheiten je Milliliter").

Gesundheitsgefahren

Einige Stoffe die im Kühlschmierstoff enthaltene sind, stellen gesundheitliche Risiken dar. Um die Risiken mit dem Umgang zu minimieren, sollten Richtlinen, Sicherheits- und Herstellervorschften, und vor allem die TRGS (Technische Richtlinie für Gefahrstoffe) 611, eingehalten werden. Ein großes Problem ist, dass  sich bei der Bearbeitung von Werkstücken ein KSS-Nebel und Aerosole bilden. Durch Hautkontakt können Hautirritationen entstehen.

Früher entstanden beim Einsatz von KSS Nitrosamine in großen Mengen. Sie bildeten sich durch Reaktion mit anderen Stoffen aus sekundären Aminen, die früher in größeren Mengen in Kühlschmierstoffen erhalten waren. Immer noch enthalten sind verschiedene giftige und mindergiftige, also gesundheitsschädliche Stoffe, vor allem aber auch Allergene.

Gesundheitsschäden durch Allergene und andere Gifte können typischerweise durch den Hautkontakt mit Kühlschmierstoff entstehen, aber auch das Einatmen der Aerosole birgt große Gefahren: Kühlschmierstoffe, die nicht der TRGS 611 entsprechen, können krebserregend sein und über das Einatmen der Aerosole Lungenkrebs verursachen. Schuld sind hier die bereits erwähnten Nitrosamine, die entstehen können, wenn das Mittel nicht der TRGS 611 entspricht und daher sekundäre Amine enthalten kann.

Hautirritation

Durch wiederholten Kontakt mit Prozessflüssigkeiten wie z. B. Kühlschmierstoffe, kann es zu berufsbedingten Erkrankungen der Haut kommen. Hauptsächlich treten Hauterkrankungen an den Händen und Unterarmen auf, aber auch andere Hautbereiche können betroffen sein. Um Hautirritationen vorzubeugen, sollte der Arbeitsplatz so beschaffen sein, dass ein Kontakt mit Kühlschmierstoffen reduziert bzw. vermieden wird. Mittlerweile wurde die Hautverträglichkeit von Prozessflüssigkeiten, durch reduzieren oder weglassen von hautproblematischen Inhaltsstoffen, verbessert. Beim Umgang mit Kühlschmierstoffen sollte unbedingt auf Schutzausrüstung und richtigen Hautschutz geachtet werden. Welche Hautschutzmittel für den eingesetzten Kühlschmierstoff am Besten geeignet sind, ist in einem Hautschutzplan festzuhalten.

Hautreizung

siehe Hautirritation

Hautschutz

Kühlschmierstoffe enthalten sehr viele verschiedene Chemikalien, die oft nach sehr kurzem Direktkontakt zu Hauterkrankungen führen können. Dauerkontakt mit Kühlschmierstoff auf der Haut ist unbedingt zu vermeiden! Um Hautkontakt vorzubeugen, ist es wichtig, bei Umgang mit Kühlschmierstoffen Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und wenn notwendig eine Schutzbrille zu verwenden. Wichtig ist auch, dass Hautschutz- und Hautpflegeprodukte dem Arbeitsstoff angepasst werden und ein Hautschutzplan erstellt wird.

Hautschutzplan

Ein Hautschutzplan beinhaltet, welche Hautschutz- und Hautpflegeprodukte beim Umgang mit Kühlschmierstoffen verwendet werden sollen. Sinnvoll ist es, für verschiedene Arbeitsbereiche eigene Hautschutzpläne zu erstellen, um den Mitarbeitern eine bessere Übersicht zu bieten.

hydrophil

Hydrophil bedeutet "wasserliebend" d. h., Stoffe, die hydrophil sind ziehen Wasser an. In Emulgatoren befinden sich hydrophile und lipophile Stoffe. Diese beiden Stoffe ermöglichen das Verbinden von Wasser und Öle bzw. Fette.

Indikatorstäbchen

Mit Indikatorstäbchen kann ganz schnell und einfach der Nitrit-, Nitrat-, Gesamthärte- und pH-Wert gemessen werden.

Inhibitor

Ein Inhibitor wird dem Kühlschmierstoff als Additiv zugegeben um die Bildung von Nitrosaminen zu verhindern.

J - L

Kalkseifen

Kalkseifen bilden sich bei einer hohen Wasserhärte und führen zu unangenehmen Ablagerungen auf Maschinen und Werkzeuge. Weiters haben Kalkseifen einen negativen Einfluss auf das Schaumverhalten des Kühlschmierstoffes und bewirken häufig ein rasches Zusetzen von Filtern.

Keime

siehe Mikroorganismen

Koaleszenzabscheider

siehe Ölabscheider

Konservierung

Unter Konservierung versteht man Pflege- und Hygienemaßnahmen zur Reduzierung eines mikrobiellen Befalls im Kühlschmierstoff. Neben dem Entfernen von Feststoffen wie Spänen, Metallabrieb oder von flüssigen Verunreinigungen wie Fremdölen, sind alle Hygienemaßnahmen konservierende Maßnahmen und tragen entscheidend zur Begrenzung eines übermäßigen Wachstums von Mikroorganismen und damit zur Stabilität und langen Standzeit des Kühlschmierstoffs bei.

Konservierungsmittel

siehe Biozide

Konzentrat

Aus KSS-Konzentrate werden wassermischbare Kühlschmierstoffe hergestellt. Der Kühlschmierstoff kann durch händische Zugabe von Wasser oder durch Verwendung von Misch- und Dosiergeräten erfolgen. Wie das Konzentrat aufzubereiten ist, kann der Produktbeschreibung des Herstellers entnommen werden. Die Kontrolle, ob der Kühlschmierstoff die richtige Konzentration besitzt, erfolgt mithilfe eines Refraktometers.

Konzentration

Die genaue Konzentration wird vom jeweiligen Hersteller in der Produktbeschreibung angegeben. Zu beachten ist, dass das Ergebnis durch Lecköl verfälscht (erhöht) werden kann. Die genaue Konzentration lässt sich mit einem Refraktometer bestimmen. Ist die Trennungslinie klar und deutlich erkennbar, stimmt der angezeigte Wert. Lässt sich die Trennungslinie nicht klar erkennen, befinden sich Fremdstoffe im Kühlschmierstoff. Wenn das Ergebnis nicht genau abzulesen ist, sollte eine Probe entnommen, und diese 24 Stunden stehen gelassen werden. Danach mit einer Pipette den Kühlschmierstoff entnehmen und den Wert neu bestimmen. Die Überwachung des Kühlschmierstoffes ist wichtig um die Schmierwirkung und den Korrosionsschutz zu erhalten.

Richtwerte: Schleifen 3 – 5 %, Spanabhebend 5 – 10 %

Korrosionsschutz

Ein Korrosionsschutz wird als Additiv dem Kühlschmierstoff zugegeben um Korrosionsschäden zu verhindern.

KSS-Nebel

siehe Ölnebel

KSS-Service

Kühlschmierstoff, KSS, Kühlmittel

Die Hauptaufgaben des Kühlschmierstoffes bestehen darin, die Reibung zwischen Werkstück und Werkzeug zu verringern, die entstandene Wärme abzuführen und die Späne von der Bearbeitungsstelle abzutransportieren. Sekundäre Anforderungen sind unter anderem: Korrosionsschutz für Maschine und Werkstücke, gutes Schaumverhalten, niedrige Verdampfung und Vernebelung, gute Hautverträglichkeit, hoher Flammpunkt und hohe Stabilität. Je nachdem, welches Fertigungsverfahren, welche Schnittgeschwindigkeit, welcher zu zerspanender Werkstoff und welche erforderliche Kühl- und Schmierwirkung erwünscht wird, kann man zwischen wassermischbaren, wassergemischten und nichtwassermischbaren Kühlschmierstoff wählen.

Kühlung der Temperatur

Um die Temperatur des Kühlschmierstoffes zu verringern, können luft- oder wassergekühlte Kälteanlagen verwendet werden. Je nach Anwendungsbedarf gibt es verschiedene Kühlgeräte. Man unterscheidet zwischen Eintauchkühler, Durchlaufkühler, Kühlwasser-Rückkühler und Wärmetauscher.

Lagerung

Kühlschmierstoffe sollten in normal temperierten, geschlossenen Räumen gelagert werden. Sie müssen vor direkter Sonneneinstrahlung und Frost geschützt werden. Die Lagerung muss, laut den technischen Regeln für brennbare Flüssigkeit, in Auffangwannen oder in Räumen mit flüssigkeitsdichtem Fußboden ohne Abfluss und einer Aufkantung erfolgen, damit bei Leckagen keine Flüssigkeit in das Erdreich oder Abwasser gelangen kann. Bei Lagerungen in Tanks sollten Doppelmanteltanks nach DIN 6618/3 bzw. DIN 6616 verwendet werden.

Lecköl

Ist jenes Öl, welches sich in beruhigten Oberflächen absetzt.

Leitfähigkeit

Ist ein Indikator für hohe Schadstoffgehalte wie z. B. gelöste Schwermetalle. Je nach Konzentration der Emulsion sollte ab etwa 5000µs die Ursache ermittelt werden.

Lipophil

Lipophil bedeutet "fettliebend" d. h., Stoffe, die lipophil sind, lösen sich gut in Öle und Fette. In Emulgatoren befinden Sich hydrophile und lipophile Stoffe. Diese beiden Stoffe ermöglichen das Verbinden von Wasser und Öle bzw. Fette.

M - O

Magnetfilter

Maschinenreinigung

siehe KSS-Service

Messungen

siehe Analyse

metallischer Feinabrieb

Mikroorganismen

Mikroorganismen, wie Bakterien, Hefe und Pilze, können durch das Ansatzwasser, Einbringen von Schmutz, Staub und Lebensmittelresten, ungenügend gereinigte Leitungssysteme oder Hautkontakt in die KSS-Systeme gelangen.  Sie verursachen bei übermäßigem Wachstum Geruchsprobleme und können die Stabilität der Emulsion beeinträchtigen. Zur Messung wird ein sogenannter „Dip Slide“ mit Kühlschmierstoff benetzt und 48 Std. bei 30° C ausgebrütet. Das Ergebnis wird in 10^n angegeben. Der Grenzwert liegt bei 10^6. Bei mittleren Temperaturen von 30 – 40° C schafft ein ausreichendes Nährstoffangebot im Kühlschmierstoff den Bakterien und Pilzen optimale Voraussetzungen zur Vermehrung. Pilzbefall im Kühlschmierstoff erkennt man an den typischen Fladen im Grenzbereich zwischen Flüssigkeit und Luft. Diese Fladen verstopfen Leitungen, Filter etc. und verhindern so die ordentliche Zirkulation des Kühlschmierstoffes. Die Bekämpfung erfolgt sowohl mechanisch als auch chemisch durch die Beigabe von Bioziden.

Minimalmengenschmierung

Unter Minimalmengenschmierung (MMS) versteht man die Kühlung von Zerspanungsprozessen mit geringen Mengen Kühlschmierstoff. Durch die gezielte Zufuhr des Schmierstoffes unmittelbar an die Wirkstelle werden Reibstellen zwischen Werkzeug, Werkstück und Span geschmiert. Im Gegensatz zu einer Überflutungsschmierung werden bei der Minimalmengenschmierung nur wenige Milliliter pro Stunde für den Zerspanungsprozess benötigt. Dadurch, dass bei der MMS die Kühlschmierstoff-Menge so gering ist, sind die Werkstücke und die Späne fast trocken und die Gefährdung durch KSS-Emissionen wird stark reduziert.

Mischgerät, Dosiergerät

Um die gewünschten Eigenschaften des Kühlschmierstoffes zu erhalten muss ein dauerhaftes Mischen von Wasser mit Konzentrat möglich sein. Der Mischvorgang sollte mit einem Misch- oder Dosiergerät erfolgen um ein genaues Mischungsverhältnis zu gewährleisten. Ein Misch- bzw. Dosiergerät wird meist direkt an die Wasserleitung angeschlossen. Der Wasseranteil bei Kühlschmierstoff-Emulsionen liegt meist über 90 %, bei Lösungen über 95 %. Daher wird die Funktionalität der Produkte im Anwendungszustand stark von der Wasserqualität beeinflusst. Durch eine intensive Verwirbelung von Wasser und Konzentrat wird eine stabile und homogene Emulsion bzw. Lösung erzeugt. Das Konzentrat wird feindispers (in kleinsten Tröpfchen) und gleichmäßig im Wasser verteilt. Die Mischqualität beeinflusst neben der Leistungsfähigkeit und Stabilität des wassergemischten Kühlschmierstoffes unter anderem auch die Werkzeugstandzeit, Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit des Werkstücks.

Mischungsverhältnis

siehe Konzentration

Nachfüllen von Kühlschmierstoff

Durch den normalen Einsatz einer Fertigungsmaschine verdunstet der  Kühlschmierstoff in geringen Mengen. Deswegen sollte regelmäßig der Flüssigkeitsstand kontrolliert werden und wenn nötig Kühlschmierstoff nachgefüllt werden. Den Kühlschmierstoff nicht mit Wasser sondern mit leicht konzentrierter Emulsion (ca. 0,5 %) auffüllen.

Nachkonservierung

Die Vermeidung hoher Keimzahlen kann durch kontinuierliche Zugabe von Bakterizid bzw. Fungizid während der Anwendung, gemäß den Dosierungsangaben des Kühlschmierstoff- bzw. Biozidherstellers, erfolgen!

Neubefüllung

Bei Neubefüllung einer Bearbeitungsmaschine sollte unbedingt 8 bis 24 Stunden vor dem Entleeren der Altemulsion ein Systemreiniger zugegeben werden. (Zugabe laut Sicherheitsdatenblatt oder Produktinformation). Die Altemulsion entsorgen und vor der Neubefüllung mit Frischemulsion die Maschine gründlich reinigen.

nichtwassermischbarer KSS

wird bei niedriegen Schnittgeschwindigkeiten verwendet, wenn hohe Oberflächengüte erreicht werden soll. Es steht die Schmierwirkung im Vordergrund.

Nitratgehalt

Der Nitratgehalt sollte unter 50 mg/l im Ansatzwasser liegen. Die Bestimmung muss laut AUVA auch nur dort erfolgen.

Nitritgehalt

Laut AUVA liegt der Grenzwert bei 20 mg/l. Bei inhibiertem Kühlschmierstoff darf der Grenzwert auch höher sein. Bei einem zu hohen Nitritgehalt sollte ein Teilaustausch bzw. ein Komplettaustausch durchgeführt werden. Häufige Ursachen für die Nitritbelastung im Kühlschmierstoff sind: die vorhandenen Stickoxide in der Umgebungsluft, Mikroorganismen, Verunreinigungen wie Nahrungsmittelreste oder Zigaretten, Rostschutzmittel, Fremdöle und Nitriersalze.

Nitrosamine

Nitrosamine sind krebserzeugende Stoffe, die sich beim Einsatz von wassergemischten Kühlschmierstoffen bilden können.

Ölabscheider

 

Ölabscheider entfernen aufschwimmende Fremdöle und Verschmutzungen aus Kühlschmierstoffen und anderen Flüssigkeiten. Durch den Einsatz von Ölabscheidern kann die Standzeit des Kühlschmierstoffes wesentlich verlängert werden.

Öl-in-Wasser (O/W)

siehe hydrophil

Ölnebel, Öldampf

Ölnebel bzw. KSS-Nebel können ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen. Ölnebelpartikel können krebserregende Substanzen, wie Nitrosamine, enthalten. Kleine Partikel können durch Einatmen oder durch Hautkontakt aufgenommen werden. Größere Partikel setzen sich oft in Nase, Luftröhre und Bronchien ab und können auch durch Verschlucken den Magen schädigen. Ölnebel kann sich auf den Maschinen, Werkstücken und Einrichtungen absetzen. Um Ölnebel bzw. Öldämpfe zu vermeiden, sollten Absaugungen an den Entstehungsstellen angebracht werden. Der Luftgrenzwert für Ölnebel bzw. Öldämpfe liegt bei 10 mg/m3.

Osmosewasser

siehe VE-Wasser

Oxidation

Als Oxidation bezeichnet man die unerwünschte chemische Veränderung von mineralölbasierten, teil- oder vollsynthetischen Schmierstoffen während der Nutzung oder der Lagerung. Durch Reaktionen mit Sauerstoff, Wärme oder Licht sowie durch Absonderungen von Metallen oder anderen Verunreinigungen, kann es zur Bildung von Säuren und Schlamm kommen.

P - R

pH-Wert

Der pH-Wert kann bei zu niedriger Konzentration des KSS oder bei Befall von Mikroorganismen abfallen. Der pH-Wert sollte im Interesse einer optimalen Prozessführung im Bereich zwischen 8,5 und 9,3 liegen. Ab einem Wert von <8,5 sollten Gegenmaßnahmen getroffen werden, da dies die Bildung von krankheitserregenden Keimen begünstigt. Eine Möglichkeit ist die Verwendung mit pH-Wert-anhebenden Additiven und eine andere wäre den Kühlschmierstoff-Stand im Tank auffüllen oder die Zugabe von Bakteriziden. Ein schneller Abfall des pH-Wertes (mehr als 0,3) deutet auf einen starken mikrobiellen Befall des Kühlschmierstoffes hin. Ab einem Wert von >9,3 können sich Hautirritationen verstärken. Genaue Angaben über den optimalen pH-Wert sind der Produktbeschreibung des Herstellers zu entnehmen.

Pilze

siehe Mikroorganismen

Präventivkonservierung

siehe Nachkonservierung

Recycling

Das Recyclen von Kühlschmierstoff erfolgt mit Hilfe von einem Recylingcenter. Der Kühlschmierstoff wird abgesaugt und ein Filtervlies filtert die Späne und den Schlamm raus. Bei einigen Recyclingcenter erfolgt zusätzlich eine Abscheidung der Feinstpartikel mit einer Zentrifuge. Während dem Filtervorgang werden die restlichen Verunreinigungen aus dem Tank entfernt. Danach wird der aufbereitete Kühlschmierstoff wird in den gereinigten Tank zurückgefüllt.

Refraktometer

Mit dem Refraktometer wird die Konzentration im Kühlschmierstoff gemessen. Beim Handrefraktometer wird das Prisma mit 2-3 Tropfen vom Kühlschmierstoff benetzt.  Danach erhält man auf der Skala eine Trennungslinie die den Brechungsindex angibt. Ist die Trennungslinie klar und deutlich erkennbar, stimmt der angezeigte Wert. Lässt sich die Trennungslinie nicht klar erkennen, befinden sich Fremdstoffe im Kühlschmierstoff. Bei einem Digitalrefraktometer kann der Brechungsindex digital abgelesen werden.

Refraktometerwert, Refraktometerfaktor

Der Refraktometerwert oder -faktor ist vom Kühlschmierstoff-Hersteller angegeben. Der Wert am Refraktometer wird in der Regel als % Brix oder Brechungsindex angegeben. Multipliziert man den Refraktometerwert mit dem Brechungsindex erhält man die richtige Konzentration.

Reinigungsplan

Rostschutz

siehe Korrosionsschutz

S - U

Schaumbildung

Schaum entsteht durch Pilzbefall, niedrigem Kühlschmierstoff-Stand, zu weichem Wasser, zu hoher Konzentration

Gegenmaßnahmen: Beruhigung der Flüssigkeit durch Beigabe von chemischen Zusätzen (Entschäumer), Stabilisierung des pH-Wertes und der Wasserhärte"

Sicherheitsdatenblatt

Das Sicherheitsdatenblatt enthält alle notwendigen Daten und Informationen, die der Anwender benötigt, um die erforderlichen Maßnahmen für den Gesundheitsschutz, die Sicherheit am Arbeitsplatz und den Umweltschutz zu treffen.

Skimmer

siehe Ölabscheider

Spaltung der Emulsion

siehe Emulsionsspaltung

Standzeit

Eine übermäßige Verschmutzung des Kühlschmierstoffes hat einen häufigen Wechsel zur Folge. Ein Kühlschmierstoffwechel ist teuer und ein großer Zeitaufwand. Durch folgende Maßnahmen kann die Standzeit wesentlich verlängert werden: KSS-Analyse, Fremdölentfernung mittels Ölabscheider, Fremdstoffentfernung mittels Filtergeräten (Bandfilter, Magnetfilter, Zentrifugen), Zugabe von Bioziden bei mikrobiellen Befall

Stoßkonservierung

Bei bereits hoher Keimzahl werden Biozide gezielt und stoßweise dem KSS zugegeben. Es wird erzielt, die Keime zu begrenzen und ein weiteres Wachstum zu verhindern.

Systemreiniger

Acht bis 24 Stunden vor einer Neubefüllung einer Bearbeitungsmaschine kann dem Kühlschmierstoff ein Systemreiniger zugesetzt werden. An der Maschine kann ohne Einschränkungen weitergearbeitet werden. Der Reiniger desinfiziert die Bearbeitungsmaschine und dessen Rohrleitungen, tötet Bakterien, Pilze und Hefen im Kühlschmierstoff, löst Verschmutzungen, Späne, Verkrustungen und klebrige Schichten im Tank, im Rohrleitungssystem und in den Ecken.

Temperatur des KSS

Die Temperatur des Kühlschmierstoffes wird im wesentlichen durch die Umgebungstemperatur, die Menge des KSS im System und durch die im Bearbeitungsprozess eingebrachte Wärmemenge beeinflusst. Die Temperatur des Kühlschmierstoffes sollte beim Zerspanen 40 °C und beim Warmwalzen 60 °C betragen. Höhere Temperaturen begünstigen die Bildung von Mikroorganismen und N-Nitrosaminen .

Tenside

siehe Emulgatoren

TRGS 611

Technische Regel für Gefahrstoffe 611: Verwendungsbeschränkungen für wassermischbare bzw. wassergemischte Kühlschmierstoffe, bei deren Einsatz N-Nitrosamine auftreten können

Überkonzentration

Überkonzentration führt zu einem höheren Kühlschmierstoff-Verbrauch, stärkerer Maschinen- und Teileverschmutzung und zu einer steigenden Gesundheitsbelastung. Die Konzentration kann durch Nachfüllen mit sehr niedrig konzentrierter Emulsion (0,5 %) verringert werden.

Überwachung des KSS

siehe Analyse

Unterkonzentration

Unterkonzentration führt zu verminderter Schmierleistung, schlechterem Korrosionsschutz und kürzerer Kühlschmierstoff-Lebensdauer. Unbedingt das Mischgerät richtig einstellen, um nach dem Auffüllen die richtige Konzentration zu erreichen.

V - Z

Verunreinigungen

Kühlschmierstoffe müssen regelmäßig von Verunreinigungen (Fremdöl, Schlamm, Späne) und Wasser befreit werden. Je früher und zuverlässiger dies geschieht, desto sicherer können Maschinenausfallzeiten und unhygienische Produktionsbedingungen vermieden werden. Geräte wie z. B. Ölabscheider, Bandfilter oder Magnetfilter können bei der Aufbereitung des Kühlschmierstoffes helfen.

VE-Wasser

VE-Wasser ist die Abkürzung für "Vollentsalztes-Wasser". Gelegentlich wird auch von Osmosewasser oder enthärtetem Wasser gesprochen. Die Reinheit des VE-Wassers wird über die Leitfähigkeit ausgedrückt.

Wartungsplan

Zur Überwachung der Kühlschmierstoffe im Betrieb ist ein Wartungsplan zu erstellen. Folgende Angaben für jede Maschine müssen enthalten sein:


- Erstmalige Inbetriebnahme und erstmaliger Einsatz von Kühlschmierstoffen
- Angabe der durchzuführenden Untersuchungen, Pflege- und Reinigungsmaßnahmen
- Zeitpunkt, Intervalle und durchführende Person dieser Wartungsmaßnahmen
- Ergebnisse und Zeitpunkt der regelmäßigen Messung bzw. Untersuchungen
- Angabe über Zeitpunkt der Kühlschmierstoffnachfüllung bzw. eines Kühlschmierstoffwechsels


Welche Messungen durchgeführt werden müssen finden Sie unter Analyse!

wassergemischter KSS

ist eine aus wassermischbaren Kühlschmierstoffen hergestellte Verdünnung mit Wasser auf die Gebrauchskonzentration.
Wassergemischte Kühlschmierstoffe werden in der Praxis unter anderem auch als Bohrmilch, Bohremulsion oder Schleifwasser bezeichnet.

Wasserhärte

Die ideale Wasserhärte liegt bei ca. 10° dH (Anmischwasser).

Zu weiches Wasser kann zu Schaumbildung führen. Abhilfe: Aufhärten mit Calzimacetat.

Zu hartes Wasser führt zu vermehrter Kalkseifenbildung bis hin zum Spalten der Emulsion. Abhilfe: Nachsetzen mit enthärtetem Wasser.

Wasser-in-Öl (W/O)

siehe Lipophil

wassermischbarer KSS

wird vor der Anwendung mit Wasser gemischt. Man unterscheidet zwischen mineralölhaltigen wassergemischten Kühlschmierstoffen und mineralölfreien Lösungen. Wassermischbare Kühlschmierstoffe werden bei hohen Schnittgeschwindigkeiten eingesetzt, wenn die Kühlwirkung wichtig ist.

Wechsel des KSS

siehe Neubefüllung

Zentralanlage

Eine Zentralanlage ist eine zentrale Versorgungseinheit, die mehrere Maschinen mit Kühlschmierstoff bedient und im By-Pass-Verfahren oder Hauptstromverfahren arbeitet. Rückpumpsysteme an den Maschinen leiten den Kühlschmierstoff zur Zentralanlage, wo dieser mit Hilfe von verschiedenen Filtersystemen (z. B. Bandfilter, Magnetfilter, Ölabscheider) gereinigt und wieder dem Kühlschmierstoff-Kreislauf zugeführt wird.